Bunt Projekte
Die BUNT – Stiftung Bildung und integrative Arbeit gGmbH ist an drei Standorten in Berlin ein verlässlicher Anlaufpartner für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Als Migrantenselbstorganisation setzten wir uns dabei jeden Tag aktiv für die Belange und Interessen von Migrant:innen und Geflüchteten in Berlin ein.
Wir bieten BAMF zertifizierte Erstorientierungs- sowie Sprachkurse für alle Sprachniveaus an, digital sowie an verschiedenen Standorten in Berlin. In unserer Projekteabteilung in Neukölln führen wir außerdem soziale Projekte für Jugendliche und Erwachsene durch. Dabei liegt unser Schwerpunkt auf Projekten der Politischen Bildung und Partizipation.
Bewohnendenkomitee Neukölln
Seit 2023 setzen wir das Projekt „Bewohnendenkomitee“ in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete in Berlin-Neukölln um. Das im Projekt aufgebaute Komitee bietet den Bewohnerinnen die Möglichkeit, ihre eigenen Interessen zu vertreten und Verantwortung zu übernehmen.
Einmal jährlich finden demokratische Wahlen in 9 Unterkünften statt. Die dort gewählten Komiteemitglieder führen regelmäßige Sprechstunden durch, um die Anliegen und Anregungen der Bewohnerschaft in ihren Unterkünften zu sammeln. Diese tragen sie dann in monatlichen Komiteesitzungen mit dem Bezirksamt Neukölln an die Verwaltung weiter.
So wird ein direkter Kommunikationskanal zwischen den Bewohnerschaften der Unterkünfte sowie der öffentlichen Verwaltung etabliert. Informationen werden effizienter und ungefiltert weitergetragen. Gleichzeitig erhalten Bewohner:innen ein aktives Mitspracherecht bei Prozessen, die ihr Leben in den Unterkünften direkt betreffen.
Das Projekt wird durch den Integrationsfond des Bezirksamts Neukölln gefördert.
(p)ost berlin
Mit unserem Projekt „(p)ost berlin“ setzen wir uns seit 2025 kritisch mit der Vielfalt und Identität der Post-Ost-Community in Berlin auseinander. In einem Walking Podcast, regelmäßigen runden Tischen und einer jährlichen Fachtagung räumen wir mit Vorurteilen und Pauschalisierungen auf.
Menschen mit Bezug zu postsowjetischen Ländern sind oft nicht nur von antislawischem Rassismus betroffen, sondern erleben auch eine pauschale Vereinheitlichung ihrer Identität in der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Einerseits sind viele dieser Länder bis heute stark durch russische Kultur und Sprache geprägt. Andererseits sind viele Menschen mit diesem Hintergrund die Homogenisierung leid, die mit dem Label „postsowjetisch“ einhergeht. Viele können sich weder damit identifizieren noch darüber lachen, ständig als „die Russen“ wahrgenommen zu werden.
Doch auch zwischen den verschiedenen Communities bestehen teilweise Spannungen: Fragen von Identität und Zugehörigkeit können sensible und konfliktgeladene Themen sein. Wir wollen diese unterschiedlichen Communities an einen Tisch bringen und schauen: Wer sind wir wirklich? Was vereint uns? Was unterscheidet uns?
Siyasa – Politische Teilhabe für arabischsprachige Berliner:innen
Mit dem politischen Bildungsprojekt „Siyasa“ stärken wir seit 2024 die politische Teilhabe von arabischsprachigen Berliner:innen. In quartalsmäßigen Kongressen besprechen wir gemeinsam Themen des politischen Selbst- sowie Demokratieverständnisses und konkrete gesellschaftliche und politische Hürden, welche arabischsprachigen Menschen eine aktive politische Teilhabe erschweren. Hierzu laden wir Vorbilder und Best-Practice Akteure ein, die ihre Erfahrungen teilen.
In Workshops und gemeinsamen Bildungsausflügen vertiefen wir diese Diskussionen und zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Vier Teilnehmende werden jährlich im Rahmen der Kongresse in das Siyasa-Forum gewählt und entscheiden als Planungsgruppe die Inhalte und Aktivitäten bei den Kongressen und Workshops aktiv mit.
Das Projekt wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
NeuköllnTandem
Das Projekt „Neukölln Tandem“ ist ein gemeinsames Vorhaben des Bezirksamts Neukölln und der BUNT Stiftung. Seit 2025 zielt das Pilotprojekt auf die langfristige Öffnung der Verwaltung zur Stärkung der politischen Beteiligung und Bildung geflüchteter Menschen ab.
Hierfür werden verschiedene Tandemformate zwischen Bewohnenden der Geflüchtetenunterkünfte in Neukölln und des Bezirksamtes erprobt. Die Geflüchteten erhalten im Rahmen von regelmäßigen Community-Treffen und Besuchen im Bezirksamt praxisnahe Einblicke in die bezirkliche Verwaltungsarbeit und treten in direkten Kontakt mit den Mitarbeitenden.
Gleichzeitig profitiert auch die Verwaltung, indem durch den persönlichen Dialog mit geflüchteten Menschen neue Sichtweisen eröffnet und die Sensibilität für Vielfalt und Teilhabe innerhalb der Institution gestärkt wird.
Das Projekt wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
Das Projekt wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
Ehrenamt im Wandel
Ehrenamtliches Engagement unterstützt täglich Geflüchtete bei der Ankunft und Integration in Deutschland. Aber auch die Helfer:innen selbst verdienen Unterstützung und Anerkennung. Im Projekt “Ehrenamt im Wandel” erstellen wir seit 2024 gemeinsam mit geflüchteten Ukrainer*innen daher einen Film, der die Diversität des Ehrenamtes in Berlin abbildet, würdigt und gleichzeitig mehr Menschen inspiriert, selbst aktiv zu werden. Über drei Jahre recherchieren Teilnehmende zu Best Practice Beispielen lokaler Initiativen und bauen dabei Brücken zu verschiedenen migrantischen Communities in Berlin. So wird gegenseitiges Verständnis gestärkt und dem Konfliktpotential vorgebeugt, das durch den interkulturellen Veränderungsprozess entsteht. Mit einem durch die Teilnehmenden erstellten Ehrenamt-Handbuch werden außerdem erfolgreiche Handlungsansätze auch für zukünftige Herausforderungen nutzbar gemacht. Zum Tag des Ehrenamts lädt das Projekt jährlich ein, um den Film im Rahmen einer Podiumsdiskussion über die aktuelle Lage des Ehrenamts, vorzustellen.
Das Projekt wird durch das Bundesprogramm Gesellschaftlicher Zusammenhalt des Bundesministeriums des Inneren gefördert.
Multiplikatorenschulungen
Seit 2022 führen wir regelmäßig Multiplikatorenschulungen für Jugendliche und Erwachsene in der Geflüchteten- und Migrationsarbeit durch. In bisher über 15 mehrtägigen Schulungsangeboten qualifizierten wir Ehrenamtliche zu Themen des Vereinsmanagements, gewaltfreien Konfliktlösung, digitalen Methoden in der Integrationsarbeit und sensibilisierten Ehrenamtliche zu den Themen Diskriminierung, Rassismus sowie Antisemitismus.
Die Multiplikatorenschulungen werden im Rahmen des Bundesprogrammes für gesellschaftlichen Zusammenhalt des Ministeriums des Inneren gefördert.
Die Multiplikatorenschulungen werden im Rahmen des Bundesprogrammes für gesellschaftlichen Zusammenhalt des Ministeriums des Inneren gefördert.
Seniorentreff & Kiezzeitung Buntes Marzahn
An unserem Standort in Marzahn führen wir seit 2025 AGH-Maßnahmen für Langzeitarbeitslose durch. In unserer Maßnahme „Seniorentreff“ gestalten Langzeitarbeitslose wöchentlich Begegnungen für Senior:innen im Bezirk. Sie organisieren und begleiten Freizeitaktivitäten wie Austauschcafés, kreative Angebote, kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge. Damit ermöglichen wir nicht nur Senior:innen soziale Teilhabe und Abwechslung im Alltag. Die arbeitssuchenden Teilnehmenden lernen Teamarbeit und Verantwortung zu übernehmen und machen erste Schritte in Richtung der Wideraufnahme eines geregelten Arbeitslebens.
Auch unsere Kiezzeitung Buntes Marzahn geht dieses Jahr bereits in die zweite Runde. Unsere Teilnehmenden bilden hier eine kleine Redaktion und arbeiten eigenständig an der Erstellung einer kostenlosen Stadtteilzeitung für Menschen mit Migrationsgeschichte und Neuzugezogene im Bezirk.
Die AGH-MAE Maßnahmen werden mit Mitteln des Jobcenters Marzahn-Hellersdorf umgesetzt.
Berlin auf grünen Wegen (2024-2026)
Mit „Berlin auf grünen Wegen“ haben wir Familien aus den Geflüchtetenunterkünften in Neukölln mit auf Entdeckungstour genommen – zu Fahrrad und mit ÖPNV. Gemeinsam haben wir Berlin und Umland erkundet, Wochenmärkte, Parks, Gemeindezentren und andere Orte des täglichen Lebens entdeckt.
Die Touren haben Familien Abwechslung vom Alltag in den Unterkünften geboten und gleichzeitig Orientierung im Großstadtdschungel erleichtert. Im Sommer sind wir auf Fahrradtouren zu Seen und Waldgebieten rausgekommen, im Winter haben wir die Kieze Berlins erkundet.
Dabei ging es nicht nur um Sightseeing: Wir haben gelernt, wie man sich auch als Nicht-Muttersprachler selbstständig im öffentlichen Nahverkehr zurechtfindet, und gleichzeitig ein Bewusstsein für grüne Mobilität entwickelt. Das alles familienfreundlich und nachhaltig. So konnten alle Berlin auf ihre eigene Art erleben!
Das Projekt wurde durch die Postcode Lotterie gefördert.
Neukölln – Was geht? (2023-2025)
Um der aus der Coronapandemie resultierten sozialen Isolation junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund im Berliner Bezirk Neukölln zu begegnen, wurde im Projekt „Neukölln – Was geht?“ von 2023 bis 2025 eine Jugendredaktion aufgebaut. Die Teilnehmer:innen setzten sich in Medienworkshops mit ihren eigenen Erfahrungen mit dem interkulturellen Zusammenleben in Neukölln auseinander, besuchten gemeinsam Veranstaltungen vor Ort, dokumentierten diese, und traten mit Bewohner:innen und Trägern in den Dialog. Sie bereiteten ihre Tipps und Erkenntnisse medial in TikToks, Artikeln und als interaktive Kiezkarte auf und führten Kieztouren für andere Jugendliche durch.
Das Projekt wurde durch das Bundesprogramm Gesellschaftlicher Zusammenhalt des Bundesministeriums des Inneren gefördert.
Spotlight on Neukölln! (2025)
Mit “Spotlight on Neukölln!” setzten wir 2025 gemeinsam mit der Iranischen Gemeinde e.V. ein Theaterprojekt für Jugendliche mit Flucht- und/oder Migrationsbiografie um. Junge Menschen erhielten den Raum, Diskriminierungserfahrungen und schwere Erlebnisse theaterpädagogisch zu verarbeiten. In einem viermonatigen Theaterkurs und einer Ferienfreizeit über Ostern, arbeiteten wir gemeinsam ein Theaterstück aus, das die Geschichten und Erfahrungen der Jugendlichen auf die Bühne brachte.
Das Projekt wurde durch das Programm Kultur macht Stark des Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
#FAKE – Jugendliche klären auf (2023-2024)
In unserem Projekt „#FAKE“ bildeten wir junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu Peer-to-Peer Multiplikator:innen aus. Sie wurden zu Expert:innen darin, Falschnachrichten und Desinformation zu identifizieren. In den sozialen Medien klärten sie ihre Peers auf Russisch und Deutsch über Falschnachrichten auf und zeigten praktische Tipps auf, wie diese zu erkennen sind. Abschließend stellten sie einen kreativen Methodenkoffer zusammen, mit dessen Hilfe sie ihre Erkenntnisse und ihr Wissen in Schulungen an Gleichaltrige weitergaben.
Das Projekt wurde durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
BUNT Sommercamp (2024)
Im „BUNT Sommercamp 2024“ organisierten wir an der Ostsee eine 4-tägige Auszeit für geflüchtete und migrantische Jugendliche aus Berlin. Ein durch die Jugendlichen selbst aktiv mitgestaltetes medienpädagogisches Programm schaffte Raum für Kreativität, gemeinsames Lernen, aber auch für Introspektion und Reflextion über geteilte Erfahrungen und Herausforderungen.
Das Camp wurde durch das Deutsches Kinderhilfswerk e.V. gefördert.
Ukrainisches Beratungszentrum Tegel (2024)
Im Jahr 2024 bauten wir gemeinsam mit LaruHelpsUkraine e.V. das Beratungszentrum LaruHelps@TXL in Berlin-Tegel auf. In dem Projekt wurde ein groß angelegtes Beratungszentrum in der Gemeinschaftsunterkunft Berlin, Tegel etabliert. In muttersprachlichen Beratungsgesprächen wurden die Bewohner:innen der Unterkunft bei Antragsfragen, dem Ausfüllen von Formularen, Versicherungsfragen und Fragen zu Sozialleistungen unterstützt. Über eine Projektlaufzeit von 6 Monaten konnten über 3800 Beratungsgespräche von unseren 19 Berater:innen vor Ort durchgeführt werden.
Das Projekt wurde durch das Bezirksamt Reinickendorf gefördert.
Kiezzeitung Buntes Neukölln, Bunt Beschert & Mütter helfen Müttern (2023-2024)
In unseren vom Jobcenter Neukölln geförderten Arbeitsgelegenheiten unterstützen wir Langzeitarbeitslose und Arbeitsuchende dabei, wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen.
So bildeten Teilnehmende im Rahmen unseres Projektes Kiezzeitung – BUNTES Neukölln eine kleine Redaktion und arbeiteten eigenständig an der Erstellung einer kostenlosen Stadtteilzeitung für Menschen mit Migrationsgeschichte und Neuzugezogene im Bezirk. Sie waren dabei eigenverantwortlich für die Themenauswahl und Recherche wie auch die Textarbeit und Veröffentlichung der Kiezzeitung zuständig.
Im Umsonst-Laden Bunt Beschert bereiteten unsere Teilnehmer:innen wiederum Sachspenden auf, und berieten Besucher:innen, um sozial benachteiligte Menschen zu unterstützen. In unserem Projekt Mütter helfen Müttern begleiteten AGH Teilnehmerinnen junge Mütter und Familien und halfen bei alltäglichen Herausforderungen wie Behördengängen und Anträgen.
Durch die Teilnahme an unseren Arbeitsgelegenheiten stärken die Teilnehmenden ihre Eigenverantwortlichkeit und organisatorischen Fähigkeiten, aber auch ihre sozialen Kompetenzen. Sie lernen es wieder Teil eines Teams zu sein und auf sich selbst zu vertrauen.
Die Maßnahmen wurden mit Mitteln des Jobcenters Neuköllns umgesetzt.
SHANA (2023)
Im Projekt SHANA ermöglichten wir 2023 gemeinsam mit LaruHelpsUkraine e.V. die Organisation humanitärer Hilfe für unsere Partnerstadt in der Ukraine. Mit der Anschaffung von Generatoren, technischer Ausrüstung und Baby-Produkten halfen wir zu Beginn des Krieges zehntausenden Ukrainer:innen über den kalten Winter.
Das Projekt wurde durch das Bezirksamt Neukölln gefördert.
Jugendredaktion Vielfalt und Demokratie (2022-2023)
Im Rahmen der „Jugendredaktion Vielfalt und Demokratie“ erkundeten 2022 bis 2023 eine interkulturelle Gruppe Jugendlicher Deutschland als vielfältiges Land. Aus der Ukraine geflüchtete Jugendliche besuchten gemeinsam mit bereits länger in Berlin lebenden Jugendlichen soziale Träger und Initiativen in ganz Deutschland. Sie dokumentierten medial, was sie auf ihren Reisen durch Deutschland erlebten und zeigten über die sozialen Medien anderen jungen Menschen in Deutschland, wie und wo sie sich für die Umsetzung der Europäischen Werte engagieren, und wie sie aktiv ihr Umfeld mitgestalten können.
Das Projekt wurde durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union gefördert.
Gemeinsam Stark (2022)
Im Projekt „Gemeinsam Stark“ boten wir Beratungs-, Vernetzungs- und Fortbildungsangebote für aus der Ukraine geflüchtete Eltern an. Parallel dazu fanden kreative Angebote für Kinder und Jugendliche statt. Diese ermöglichten den Eltern die Teilnahme an den Beratungsangeboten und boten den Kindern Raum, trotz belastender Situationen Spaß zu haben und neue soziale Kontakte zu knüpfen.
Das Projekt wurde durch das Bezirksamt Neukölln gefördert.